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16. August 2026

Jetzt entsteht die Einleitung

Stimmung: Mühsam ist das Wort was ich diese Woche am häufigsten benutzt hab!

Mein Chef schaut sich aktuell mein drittes Paper an und findet bestimmt noch ein, zwei oder siebzig Sachen, die ich anders machen könnte. Diese Zeit nutze ich sinnvoll und starte mit meiner Einleitung der Dissertation. Gar nicht so easy muss ich ja sagen!

Es geht los! Die Dissertation ist angefangen. Aller Anfang ist schwer, sagt man ja und das stimmt absolut! Wenn ich vor Wochen den Schreibprozess noch romantisiert habe (mit Iced Matcha Latte im Café am MacBook paar Zeilen tippen), ist die Realität doch ein bisschen anders. Einleitung schreiben ist mühsam, weil es ja im Prinzip gar nicht um die Dinge geht, die ich in den letzten 4 Jahren im Labor gemacht habe, sondern vielmehr, was in den Jahren zuvor passiert ist. Und “zuvor“ ist gar nicht so eine kurze Spanne, wenn man bedenkt, dass Cytomegalievirus (mein Forschungsthema by the way) in den 50er Jahren entdeckt wurde und danach wirklich heavily studiert wurde. Da ist also einiges vorhanden, was ich in der Einleitung erklären muss und jedes einzelne Detail muss ja begründet und zitiert werden. Wenn ich vor ein paar Wochen noch Sorge hatte, wie ich 150 Quellen für meine Diss finden soll, dann merke ich heute, dass ich 150 ruckzuck voll habe. Und mit ruckzuck meine ich, dass es ein mühsamer aber nicht unmöglicher Prozess ist. Ich habe also angefangen, mich stundenlang einzulesen in das Überthema, in die allgemeine Pathogenese des Virus, in die grundsätzlichen Fakten, wie das Immunsystem sich mit einer CMV Infektion auseinandersetzt und wie der neuste Stand bei Impfungen und antiviralen Medikamenten so ist (Spoiler: Moderna musste die Phase III Klinische Studie letztes Jahr unerfolgreich beenden, it’s not going great!). Und nicht selten dachte ich mir bei den neu erlernten Infos für die Einleitung: Hm. Hätt ich das mal vor 4 Jahren gewusst! Naja, besser spät als nie, dachte ich und quälte mich also durch die ersten 1-2 Seiten Einleitung. Danach war tatsächlich das Allerschlimmste geschafft. Und jetzt würde ich fast sagen, ich habe einen gewissen Flow entwickelt. In einer Woche habe ich jetzt 10 Seiten geschafft und das ist schon so ca. ein Drittel der ganzen Einleitung. Ich bin also im Grunde zufrieden und empfinde es fast als beruhigend, zu wissen, dass ich morgen einfach an genau der Stelle weitermachen kann, wo ich heute aufgehört habe. Und wer hätte es gedacht: An einem Tag letzte Woche saß ich tatsächlich mit einem Chai Latte im Café mit meinem MacBook. Es könnte also deutlich schlimmer laufen! Prost!

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