8. September 2026
Mitten drin im Methoden-Teil
Stimmung: Schreibmodus aktiviert
Die Einleitung und die Diskussion der Thesis ist geschrieben. Korrigiert und abschließend bearbeitet ist allerdings noch gar nichts davon. Und warum noch nicht mal ChatGPT mir beim Ausbessern helfen kann, berichte ich im neuen Post.
Bei meinem letzten Post saß ich noch an der Diskussion der Thesis und hab versucht, die letzten 4 Jahre logisch zusammenzufassen und zu sortieren, welche wissenschaftlichen Fragen ich in dieser Zeit beantwortet habe (Spoiler: nicht so viele) und wie viele neue Fragen daraus entstanden sind (Spoiler: mehrere). Die Diskussion schrieb sich im Rückblick dann aber erstaunlich gut. Ich habe schon aus meinen bisherigen Papern gelernt, dass Diskussion schreiben mir eigentlich ganz gut liegt. Im Grunde gibt’s dafür ja am wenigsten Vorgaben. Einfach halt diskutieren, was einem wichtig erscheint.
Nachdem ich an einer Stelle nicht weiterkam, bemühte ich ChatGPT und fragte nach Hilfe bei Formulierungen und einem möglichen Ausblick (keine Sorge, ich dokumentiere die Verwendung von AI in meiner Arbeit natürlich GENAUSTENS, so wie es vom Prüfungsbüro verlangt wird). Jedenfalls kam ich dann in die traurige Situation, dass noch nicht mal Chatti mir helfen wollte, mit der Begründung, dass man mit den AI generierten Infos möglicherweise bio-terroristischen Unfung anstellen könnte und mir deshalb Chattis Antworten lieber nicht angezeigt werden. Genau. Es wäre wirklich ein absolutes Wunder, wenn man die Erkenntnisse aus meiner Doktorarbeit für einen Zweck missbrauchen könnte, der über das Schreiben einer Doktorarbeit hinaus geht, aber nagut. Wenn Chatti meint, da besteht realistische Gefahr, akzeptiere ich das natürlich.
Mir blieb also nichts anderes übrig, als mein eigenes Gehirn weiter anzustrengen, und so hatte ich irgendwann 12 Seiten Diskussion fertig. Auch ohne AI. Bei der Korrektur habe ich es genau so gehandhabt, wie bei der Einleitung: Bisher nicht wieder reingeschaut, weil ich mich noch immer nicht traue mir meinen eigenen Text nochmal anzuschauen, aus Sorge, dass er mir vielleicht gar nicht mehr gefällt.
Weiter ging es also mit dem Teil zu Material/Methoden. Falls jetzt jemand aufgepasst hat und fragt, ob das also bedeutet, dass ich doch eine Monographie schreibe: Es sieht tatsächlich ganz danach aus. Ein Anruf beim Prüfungsbüro hat gereicht, um zu erkennen, dass eine Zulassung zur kumulativen Thesis wohl ein anspruchsvoller und wenig aussichtsreicher Prozess ist. Und weil die Zeit knapp ist, habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, es nicht zu probieren und starte jetzt deshalb mit dem Material&Methoden-Teil. Dieser ist zwar waaaaahnsinnig lang (bestimmt 30 Seiten), aber im Grunde nicht besonders anspruchsvoll zu schreiben, da ich alle benötigten Infos in irgendeiner Art schon mal verschriftlicht habe, zum Beispiel im Laborbuch, in vorherigen Papern oder im aktuellen Manuskript. Im Prinzip muss ich also nur alles ordentlich zusammensuchen und korrekt ausformulieren. Neulich gab es diesen einen Tag, den es bei allen Absolventen irgendwann im Laufe des PhDs einmal gibt. Den Tag an dem man etwa 30 Mal quer durchs Labor rennt, den Modellnamen jeder Zentrifuge, jedes Inkubators und jeder Sterilbank, den Code jedes einzelnen Antikörpers und den Hersteller jedes Zellkulturmediums notiert und fein säuberlich geordnet im Material-Teil auflistet.
So kommt es, dass ich zum heutigen Tag insgesamt ca. 70 Seiten Text für die Thesis geschrieben habe und somit etwas mehr als die Hälfte der Thesis geschafft habe. Ich bin also weiterhin gut im Zeitplan und sehe vielleicht sogar schon ein klitzekleines Licht am Ende des Thesis-Tunnels.
Und falls jemand wissen möchte, ob mein Chef denn nun ENDLICH DAS MANUSKRIPT FERTIG KORRIGIERT HAT?!?!? Leute. Wenn es ein Update gegeben hätte, dann hätte ich natürlich davon berichtet. So warte ich nun einfach weiter und vertreibe mir meine Zeit mit dem Rest des Methodenteils. Macht‘s gut!

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