21. Juni 2026
Manuskript-Konzept ist da!
Stimmung: Meeega erleichtert!
Während letzte Woche erstmal nur vorsichtig optimistisch über die letzten Tierversuche gesprochen wurde, kann ich heute endlich ganz erleichtert sein. Warum genau, gibt‘s im neuen Blogpost. Diesmal evtl. eine Schippe emotionaler als bisher.
Letzte Woche hatte ich davon berichtet, dass die laufenden Experimente noch fertig ausgewertet werden mussten, über die Relevanz dieser Tierversuche für den Startschuss der Schreibphase und darüber, dass das Schreiben des Manuskripts nun Vorrang haben soll vor dem Schreiben der (kumulativen) Dissertation. Was habe ich also diese Woche getan:
Ich habe Stunden am Mikroskop verbracht, um die 34 Plaque Assays von den Tierversuchen fertig auszuwerten. Ich habe schöne Graphen davon erstellt, bis GraphPad Prism vor lauter ANOVA- und Mann-Whitney-U-Tests fast abgeschmiert ist, ich hab täglich noch zwei qPCRs nachgeliefert, um die Ergebnisse aus den Plaque Assays auf DNA-Ebene auch nochmal zu bekräftigen. Und was soll ich sagen: Es hat sich so GELOHNT! Bei biologischen Versuchen (und gerade bei Tierversuchen) erlebt man es wirklich nicht häufig, dass Ergebnisse schlüssig sind, Hypothesen sich bestätigen und dann auch noch statistisch signifikant sind. Und da saß ich nun am Mikroskop, schaute liebevoll die virusverseuchten Zellkultur-Schalen an und konnte kurz mein Glück kaum glauben. Denn dieser Tierversuch stand stellvertretend für so viele vorherige Versuche, für so viele Tiere, für die Wochenend-Schichten, für die ganze Planung, das Kopfzerbrechen, wie man diese Versuche am sinnvollsten gestaltet, und nicht zuletzt für die 28 Seiten Tierversuchsantrag, die ich einst geschrieben hatte. Und selbst nach all dem wusste ich, dass es niemals eine Garantie geben wird dafür, dass es sich lohnt. Das ist der Lauf der biologischen Komplexität. Aber diesmal hat es sich gelohnt.
Ganz aufgeregt, aber auch positiv gestimmt ging es dann am Freitag Nachmittag ins Meeting mit dem Chef. Mit den aufgearbeiteten Ergebnissen und einer vollständigen Gliederung fürs Manuskript. Nach 2 Stunden intensiver Diskussion und kritischem, aber sehr konstruktivem Feedback stand es endlich fest: Das Grundgerüst des Manuskripts. Ich kann kaum in Worte fassen, wie beflügelnd sich das anfühlt, zu wissen, dass es nun „nur noch“ diese eine letzte Aufgabe, diese eine große Hürde zu meistern gibt: das Schreiben. Dass der Labortisch aufgeräumt, der Kittel in die Wäsche gegeben und der Inkubator in der Zellkultur ausgeschaltet wird. Jeder an dieser Stelle weiß, dass das mit Sicherheit noch kein finaler Abschied aus dem Laborbereich ist und dass der Inkubator schneller wieder eingeschaltet wird, als dass Reviewer 2 „Major Revision“ aussprechen kann, aber FÜR DEN MOMENT gibt es nur noch diese eine Aufgabe.
Und was macht man in dem Moment, wo dies alles geklärt ist und der erste Satz des Manuskripts nur einen Mausklick vom Arbeitsdokument entfernt ist: Richtig. Es folgt jetzt erstmal eine Woche Urlaub in Österreich!
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